|
"Für
Nauen war es der entscheidende Moment, als er 1911,
aus Berlin an den Niederrhein zurückkehrend, in
Schloss Dilborn bei Brüggen einen Wohnsitz fand,
dessen Atmosphäre ihn ganz in sich selbst führte
und ihn einen eigenen Stil finden ließ, inspiriert
von der Liebe zur Landschaft am Niederrhein. Welchen
Lyrismus der Farben sie auslöste, kann man an dem
um 1911 entstandenen Bild "Herbstwald" ablesen,
das in der strahlenden Intensität und Frische der
Farbpoesie, in der Freiheit und Geschmeidigkeit linearer
Bewegung alles Vorangegangene überflügelt."
Rheinische Post, Ausstellung in Krefeld, 1980.
Selbst bei der so wichtigen Arbeit am "Drove-Zyklus"
faszinierte ihn der Herbstwald:
"Ich wollte nach der Pieta einige Zeit aussetzen
u. hier den wunderbaren Herbst malen, aber dann ging
ich an mein Interieur und mein Herbst 1913 ist dieses
Bild, es hat den Klang von Herbst, Orange, Rot, Violett."
Heinrich Nauen, Brief aus Dilborn an Walter Kaesbach,
1. November 1913.
Obwohl Nauens Dilborner Spätwerke nicht mehr die
Leuchtkraft erreichten, die Faszination "Herbstwald"
blieb dem Künstler erhalten.
|