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Ein Blumenstillleben-Vergleich

 

Auf einem halbrunden Tisch steht - zentral postiert - das bauchige Rund eines tiefblauen Kruges mit Henkel, der die Formgebung "abrundet". Linksseitiger Lichteinfall verursacht einen Schatten auf der blaugrünen Tischgrundierung, die sich in einigen Blüten spiegelt. Die Blütenblätter scheinen mit ihren zarten Farben um einen Mittelpunkt vor einem rotbraunen Hintergrund zu kreisen. Das Blau im Blattwerk zwischen den Blüten harmoniert mit dem Blau des Kruges. Und aus einem weißen Kranz, der das Blau unterbricht und einem Kragen gleicht, erheben sich kopfartig die wenigen, doch raumfüllenden Blüten, um das von links einfallende Licht für ein stärkeres Leuchten ihrer Farben aufzunehmen.

 




Blauer Krug mit Dahlien,
undatiert (um 1918)
Öl auf Lwd, 53 x 38 cm,
M. v. M. signiert,
Privatbesitz, Brüggen
Siehe: Otto Lehmann, Dilborner Kunstblätter
(S. 57-59), 2001.


Herbstblumen in blauer Vase,
um 1918
Öl auf Leinwand,
83,5 x 73,5 cm
Privatbesitz, Ediger-Eller

 

Einige Merkmale der "Herbstblumen" (u. a. die halbrunde Tischform, der zentrierte Standpunkt der Vase) weisen eine Parallele zum "Blauer Krug mit Dahlien" auf. Zugleich sind wesentliche Unterschiede vorhanden: Während im bauchigen Krug großköpfige Dahlien das Bild beherrschen, enthält die schlanke Vase eine Vielfalt von Blumenformen, die das Arrangement beleben und vornehm wirken lassen. Die zurückhaltenden Farben der Blumen sind darauf abgestimmt. Das Dunkelblau der Vase, die einen Schatten wirft, schwärzt sich im Hintergrund und dämpft die Stimmung.
Der linksseitige Lichteinfall und runde Tisch lassen darauf schließen, dass beide Arrangements, die dem herbstlichen Dilborner Blumengarten entnommen wurden, den gleichen Standort beim Malen hatten.