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Vom expressionistischen Porträt zur inneren Beruhigung

Bei Heinrich Nauen nahmen Bildnisse einen bedeutenden Raum seines Schaffens ein. Er spiegelte sich in Selbstbildnissen und porträtierte vorwiegend Weggefährten, Künstler und Freunde. Bildnisse von Bewohnern seiner Umgebung bildeten die Ausnahme, zu der das Porträt der Brüggener Fabrikantentochter Bertha Hofmacher zählt.
Bertha Hofmacher
Damenbildnis mit Buch - Bertha Hofmacher, 1915
Öl auf Lwd, 142 x 75 cm, Kunstmuseum Düsseldorf Ehrenhof

Nauen charakterisiert "(...)durch Haltung, Gestik und Gesichtsausdruck das Wesen der Dargestellten, die offensichtlich durch ihre Lektüre aus ihrer gewohnten Ruhe gebracht ist. Das noch kindlich anmutende, leicht errötete Gesicht mit den träumerisch verhangenen Augen und der gespannt nach vorne gebeugte Oberkörper deuten auf eine innere Umbruchsituation (...)" der jungen Dame hin.
Klara Drenker-Nagels, Retrospektive "Heinrich Nauen", Kunstmuseum Bonn, 1996.

 

Zum Dilborner Schloss gehörte die Dilborner Mühle, die zur Nauen-Zeit von Wilhelm van de Weyer bewirtschaftet wurde. Die Verbindung von Schloss und Mühle war gleichzeitig eine Begegnung von Müller und Maler:

"Der Müller van de Weyer beneidete gelegentlich unseren Vater wegen der leichten Arbeit mit einem Pinsel im Vergleich zu seiner Arbeit mit schweren Steinen."
Nora Braun, Brief aus Frankfurt, 2000.

Ein Ergebnis dieser "Arbeit mit dem Pinsel" war Nauens Dilborner Spätwerk "Bildnis Wilhelm van de Weyer", das den Mühlenbetreiber in einem schlichten Graugrün zeigt - geprägt von einem Stilwandel, der sich vom expressionistischen Porträt (Berta Hofmacher) entfernte und zu einer farblich reduzierten Darstellung führte.

Bildnis Wilhelm van de Weyer, um 1923
Öl auf Lwd, 70 x 50 cm, Privatbesitz, Niederkrüchten
Wilhelm van de Weyer